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Unternehmensberatung? Was ist das?

Hier die klassische Sichtweise dieses ominösen Begriffs

 


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Keywords
Unternehmensberatung, Beratung, Consulting, Management Consulting, Outsourcing, Probleme, Problemlösen


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Aktualisierung: 30.12.2013

© 2008


 




Die Unternehmensberatung ist ein relativ junges Geschäft. Die Anfänge reichen in den USA bis zum Ende des letzten Jahrhunderts zurück. Das Berufsbild selbst nimmt jedoch erst seit den 30er Jahren klare Konturen an.

Unternehmensberatung ist in Europa erst seit 1920 ein Thema. Seit den 60er und 70er Jahren erlebte die Branche ein stürmisches Wachstum. Der BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) spricht auf Basis seiner etwa 450 Mitgliedsfirmen in 1992 von bei diesen etwa 16.000 als Angestellte beschäftigten Beratern; er schätzt deren Gesamtzahl auf 40.000. Bescheidener angelegte Hochrechnungen anderer Institutionen kommen auf ca. 20.000 Unternehmens-, Wirtschafts- und Public-Relations-Berater. Der allgemeine Trend geht dahin, daß immer mehr Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, aber auch Banken und ähnliche Institutionen in den Wachstumsmarkt "Unternehmensberatung" einsteigen. Die Zahlen sind nicht zuletzt deshalb so schwer zu prognostizieren, weil der Beruf "Unternehmensberater" nicht geschützt ist. Auch durch die weitere Verbreitung leistungsstarker ERP-Systeme (Enterprise-Ressource-Planning) sowie des Internet-Booms ab Mitte der 90er-Jahre, sind zahlreiche Aufgaben im Bereich der IT-Beratung entstanden.

Doch was versteht man eigentlich unter "Unternehmensberatung"?

Man kann Unternehmensberatung definieren als Dienstleistung, die durch eine oder mehrere unabhängige und qualifizierte Person(en) erbracht wird. Inhaltlich zielt die Unternehmensberatung darauf ab, Probleme zu

·          identifizieren

·          definieren       und

·          analysieren,

welche die Kultur, Strategien, Organisation, Verfahren und Methoden des auftraggebenden Unternehmens (aber auch Privatpersonen im Rahmen einer Existenzgründung) betreffen. Es sind Problemlösungen zu

·          erarbeiten

·          planen        und im Unternehmen zu

·          realisieren.

 

Unternehmensberatung kann als stets zeitgemäße Rationalisierungsaufgabe verstanden werden. Die Beratung weist durch den Wandel ihrer zunehmend komplexeren Aufgabenstellung angesichts sich ständig ändernder Anforderungen der Praxis, die ganzheitlicher Unternehmensstrategien über alle Ebenen hinweg bedarf, heute eine vielschichtige Palette ihrer Leistungsmöglichkeiten zugunsten ertragsteigernder Problemlösungen aus. Der Bogen spannt sich dabei über die spezialisierte Ausschöpfung brachliegender Rationalisierungsreserven betrieblicher Einzelbereiche (der Nachholbedarf ist hier gerade im Mittelstand bemerkenswert groß), bis hin zur Integration ausgereifter Unternehmensführungskonzepte. Es handelt sich in jedem Fall darum, der Zukunft mittels geeigneter Maßnahmen zu begegnen, um Verluste oder gar Zusammenbrüche auszuschalten.

Unternehmer sehen sich täglich vielen Fragestellungen und Herausforderungen gegenüber: verschärfter Wettbewerb, technischer Fortschritt, die Innovation von Produkten und Dienstleistungsangeboten, steigende Kosten, Personalprobleme, Umweltschutz etc., verlangen ständig unternehmerische Entscheidungen. Die Tagesarbeit läßt aber oft nicht die Zeit, um diese Entscheidungen gründlich vorzubereiten. Zudem kann niemand alles selbst machen, oft ist Expertenwissen gefragt. Hier macht es Sinn, einen externen „Partner auf Zeit“ ins Unternehmen zu holen.

Die externe Beratung sollte dabei frühzeitig in die Planungen einbezogen werden und nicht erst, wenn sich offensichtliche Fehlschläge und Mißerfolge abzeichnen.

Anlässe für eine externe Beratung können sein:

  • spezielle Projekte (z.B. Investitionsvorhaben)

  • Überprüfung des Unternehmenspotentials 

  • Entwicklung neuer Strategien (z.B. einer Marketingstrategie)

  • Erschließung von Auslandsmärkten

  • Erstellen einer Marketing-Konzeption

  • Neugestaltung der gesamten Vertriebslogistik durch einführen von Standardsoftware

  • Erschießen des Internets als neuer Vertriebsweg

  • Fragen zur Unternehmensfinanzierung

  • Unternehmensnachfolge

  • Existenzgründung und -Festigung

  • unternehmerische Ausnahmesituationen

  • uvm.

In der Großindustrie haben sich Unternehmensberatungen inzwischen fest etabliert, im Grunde sind sie dort gar nicht mehr wegzudenken. Der Gedanke des Outsourcing als i.d.R. äußerst effizientes und kostensparendes Rationalisierungsinstrument hat sich insbesondere in den 90er Jahren immer mehr durchgesetzt und gewinnt ständig an Bedeutung. Deshalb werden gerade in den letzen Jahren immer mehr Aufgaben ausgelagert, was zur Auflösung ganzer Fachabteilungen und Betriebsteile geführt hat. U.a. stehen dabei die Bereiche Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Steuern und Softwareerstellung sowie Netzwerk-Betrieb im Vordergrund. Und bei spezifischen Problemen zieht die Großindustrie wie selbstverständlich eine Unternehmensberatung zu, insbesondere dann, wenn es um Probleme geht, die sich zeitlich eingrenzen und klar definieren lassen. Dazu schreibt der amerikanische Unternehmensberater Higdon "Unternehmensberater - Medizinmänner der Wirtschaft":

 "Ein Problem kann einfach deshalb ein Problem sein, weil Sie nicht genug Hände und Köpfe haben, die Sie darauf ansetzen können. Deshalb stellen Sie einen Unternehmensberater ein, damit Sie Hände und Köpfe zusätzlich bekommen. Dadurch wird das Problem gelöst, das durch die begrenzte Zahl an Arbeitskräften entsteht. Und meiner Ansicht nach ist das ein sehr guter und legitimer Grund dafür, Unternehmensberater zu engagieren."

Im Mittelstand beginnt sich der Gedanke des Outsourcing erst langsam durchzusetzen, obwohl viele Mittelständler in einigen Bereichen bereits Outsourcing betreiben, ohne es zu wissen: Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare, Werbeagenturen, Banken und Versicherungen werden ohne weiter darüber nachzudenken in den Betriebsprozess integriert, nur mit Unternehmensberatern tut man sich unverständlicherweise immer noch recht schwer, obwohl sich die Lage inzwischen auch hier verbessert. Nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil viele Beratungen von staatlichen Stellen gefördert werden.

Stellen Sie sich vor, für jeden der angesprochenen Bereiche müssten Sie eigens einen Mitarbeiter (meist auch noch mit akademischem Abschluß) einstellen. Ihr Betrieb wäre nicht lebensfähig, der enorme Fixkostenblock würde alle Ertragchancen zunichte machen. Unternehmensberatung ist also in gleich mehrfacher Hinsicht als permanente Rationalisierungsaufgabe aufzufassen.

Es existieren Studien, die versuchen, herauszufinden, wie die unternehmerische Praxis im Umgang mit Beratern aussieht. In einer dieser Studien werden insbesondere dem deutschen Beratungsmarkt schlechte Noten erteilt. Zitat aus dem Damary-Bericht: "Amerikaner benutzen sie als Werkzeug, Engländer sehen in ihnen ein notwendiges Übel, Franzosen nehmen sie mit einem Schuss Zynismus in Kauf - deutsche Manager aber halten den Einsatz von Unternehmensberatern für ein Eingeständnis eigener Unfähigkeit!" Diese Studie stammt aus dem Jahre 1975. Inzwischen hat sich die Lage etwas gebessert.

Insbesondere im Mittelstand, der durch eine Vielzahl von Familienbetrieben gekennzeichnet ist, halten sich jedoch immer noch Vorbehalte folgender Art:

  • Scheu vor dem Eingeständnis eigener Unfähigkeit;

  • Zweifel an der Seriosität und der Beraterfähigkeit sowie -qualifikation;

  • Angst vor dem Bekanntwerden von Geschäftsgeheimnissen;

  • Angst vor Reformen

  • Problematik der sofortigen Feststellbarkeit des Beratungserfolges, da die Realisierung der Verbesserungsvorschläge sich  in vielen Fällen nicht zeitgleich auf die positive Stimulierung des Ertrags auswirkt.

  • Scheu vor den nur auf den 1. Blick hohen Kosten der Beratung. In Relation zu den das Betriebsergebnis auf Jahre beeinträchtigenden Kosten, die durch unterbliebene Rationalisierung bzw. Reorganisation oder sonstige Maßnahmen verursacht werden oder auch zu den qualifizierbaren Ergebnissen, sind diese Beratungskosten jedoch minimal.

Nicht selten ist auch folgender Einwand: "Was kann mir ein Außenstehender schon über meinen Betrieb und meinen Markt sagen, mir, der ich schon über jahrelange Erfahrungen und Kenntnisse verfüge?" An dieser Stelle sei ausnahmsweise eine Gegenfrage erlaubt: Glauben Sie, daß z.B. ein Steuerberater Ihnen zeigen will, wie Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen erstellen und an den Mann bringen sollen?" Nein, eben nicht, er nimmt sich lediglich einen betrieblichen Teilbereich vor, für den er besser ausgebildet ist, als die meisten Unternehmer. Genauso verhält es sich bei Werbefachleuten, Versicherungsfachleuten und eben auch Unternehmensberatern. Letztere können Ihnen jedoch helfen, Ihre Produkte bzw. Dienstleistungen zu niedrigsten Kosten und höchstem Nutzen zu vermarkten. Hilfe zur Selbsthilfe, das ist das Motto der Unternehmensberatung.

Inzwischen beginnt sich jedoch die Erkenntnis durchzusetzen, dass der verantwortungsbewußte Unternehmer erfahrene, gut ausgebildete und vor allem unternehmenspolitisch mitdenkende Partner braucht. Partner, die über modernste sowie empirisch abgesicherte wissenschaftliche Methoden verfügen, branchenübergreifend denken können, die unabhängig und objektiv sind und vor allem Zeit und Abstand von der Hektik des Alltagsgeschäftes mitbringen. Beim Verhältnis Unternehmer-Berater verhält es sich im Prinzip so, wie bei der klassischen Arzt-Patient-Beziehung: Diagnose und Therapie bei alltäglichen Beschwernissen; Verweisung an den Fachmann bei speziellen Problemen, Gefahr der Selbstdiagnose des Patienten.

Die zunehmende Akzeptanz der Unternehmensberatung bei Deutschlands Unternehmen ist u.a. auf folgende Gründe zurückzuführen:

  • ·    Für bestimmte Probleme der Unternehmensführung und des Betriebsgeschehens erweitert ein unabhängiger und qualifizierter Berater die Kapazität der Geschäftsführung. Er liefert Ideen und Impulse und gibt die notwendigen Initialzündungen.

  • ·    Für Sonderaufgaben und die Lösung dringender betriebswirtschaftlicher Probleme, bleibt den eigenen Kräften durch zunehmende Routinearbeit im Tagesgeschäft keine Zeit; auch fehlen meist die entsprechenden Spezialkenntnisse.

  • ·    Zur Überwindung von Betriebs- und mitunter auch Branchenblindheit kann das neutrale Urteil eines an den Problemen Unbeteiligten, der auch über Erfahrungen, Informationen sowie Problemlösungen aus anderen Unternehmen und Branchen verfügt, oft zu neuen, manchmal auch unorthodoxen Lösungen führen.

Kurz und gut: Unternehmensberatung ist als notwendige Funktion in der Wirtschaft aufzufassen, da insbesondere Komplexität und schneller Wandel der Marktsituation für das Einzelunternehmen häufig Probleme schaffen. Das Entstehen dieser Probleme ist nicht notwendigerweise Ausdruck der Unfähigkeit des Managements, sondern Symptom der Zeit und nur durch Arbeitsteilung wirtschaftlich zu bewältigen. Unternehmensberatung ist "Hilfe zur Selbsthilfe". Unternehmensberatung hilft, die Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens zu den niedrigsten Kosten und dem höchsten Nutzen anzubieten.

 


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