Lutz Ressmanns Powerletter Nr. 3

© Lutz Ressmann - www.lressmann.de

 

Der Internet-Letter zu den Themen:

 

  • Marketing und Vertrieb

  • Internetmarketing

  • SAP

  • Rating

  • Existenzgründung

  • Erfolgs-Psychologie

 

 

 

23.03.2004

 

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ACHTUNG:

DIES IST EIN GRATIS-INSIDER-BRIEF FÜR KUNDEN, PARTNER UND FREUNDE VON

 

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Diplom-Kaufmann

Lutz Ressmann

- Unternehmensberatung –

Mehr Erfolg in Marketing, Vertrieb & SAP

Sixtusstr. 56

45721 Haltern am See

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Alle früheren Power-Letter gibt's auf http://www.lressmann.de/powerletter/powerletter.htm

 

 

Hallo Damen und Herren,

 

      wie schnell doch die Zeit vergeht, wieder ist 1 Monat rum und mein

      Powerletter Nr. 3 geht auf die Reise. Den neu hinzugekommenen

      Lesern ein Herzlich Willkommen!

      Inzwischen ist ja wieder einiges passiert und die Signale, die

      Europa aussendet, lassen nichts Gutes vermuten. Ich bin aber kein

      Politikberater (leider oder ist es vielleicht ganz gut so?), deshalb

      erspare ich mir weitere Kommentare. Bei unseren Politikern sind eh

      Hopfen und Malz verloren. Helfen können wir uns nur selber. Ich hoffe,

      das Ihnen mein Powerletter an der ein oder anderen Stelle hilfreich ist.

 

      Auf geht´s

 

 

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Inhalt Powerletter Nr. 3

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1. Offshoring -

   Überprüfen Sie Ihre Position

 

2. Es macht langsam keinen Spaß mehr -

   Googles Suchverfahren führt sich selbst ab absurdum

  

3. Cross-Selling -

   Mehr verkaufen ohne Streß –

 

4. ä, ö, ü im Namen? -

   Ab März sind Internet-Adressen mit Umlauten möglich

 

5. Deutschland hör auf zu Jammern -

   Hier ein amüsanter Beitrag eines unbekannten Autors

 

 

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zu 1: Offshoring -

      Überprüfen Sie Ihre Position

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Die Beratungsgesellschaft A.T. Kearney rechnet für Deutschland mit

einem Wegfall von 130.000 Arbeitsplätzen durch die Tendenz vieler

Unternehmen zum sogenannten Offshoring. Das ist nichts anderes,

als die zielgerichtete Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer,

vorzugsweise nach Indien und China. In der Studie wird davon

ausgegangen, daß gerade personalintensive Funktionen wie der IT-Sektor in

den kommenden 3 Jahren teilweise ins Ausland verlagert werden.

Deutschland ist bisher noch recht gut weggekommen, in den USA wandern

bereits heute etwa 20 % der IT-Budgets ins Ausland. In Deutschland liegt

der Anteil aktuell bei etwa 5 %. Man werde sich binnen der nächsten 3

Jahre an das US-Niveau anpassen. Der Wettbewerbsdruck zwinge die Unternehmen

zu diesem Schritt.

      Dazu könnte ich vieles sagen, beschränke mich jedoch auf das Wesentliche:

 

 a) Der sogenannte „Wettbewerbsdruck“ ist gerade für den IT-Bereich nichts

    weiter als ein Ausdruck der Phantasielosigkeit der meisten Konzerne

    in der westlichen Welt. Die Bilanz muß gut aussehen, also alles raus

    was nicht niet- und nagelfest ist. Außerdem Frage ich mich, an wen

    diese Unternehmen künftig ihre Produkte verkaufen wollen.

    In den USA gibt es bereits erste Bewegungen

    die die Produkte von Unternehmen, die allzusehr auf Offshoring setzen, boykottieren

    Das Ganze ist sogar Thema im aktuellen US-Wahlkampf.

 

  b) Warum ist in solchen Studien immer nur von IT die Rede und von Indien und

     China? Meine Antwort: Hier wird eine Chimäre aufgebaut, um von den wahren

     Problemen abzulenken und die lauten: EU-Osterweiterung. Was hier auf uns

     zukommt, wird weitgehend verdrängt. Merkwürdigerweise wird dieser Umstand

     kaum thematisiert – höchstens die allfällige Schönfärberei von den tollen Chancen, die

     Deutschland doch hat. Dabei muß jedem klar sein, wenn Deutschland sich nicht

     strukturell grundlegend erneuert, ist endgültig Schluß mit Lustig. Die

     Zahl von 130.000 ist so gesehen viel zu gering. 500.000 ist da schon realistischer.

 

Leider kommt niemand von uns darum herum, sich mit diesen Thema individuell auseinanderzusetzen,

egal ob Unternehmer, Freiberufler oder Angestellter. Jeder ist dazu aufgerufen, zu prüfen, ob

er nicht schnell durch einen Inder, Polen oder (auch das gib´s noch) eine Maschine

ersetzt werden kann. Das Bedrohungspotential ist hoch, vor allem in folgenden

Branchen:

 

·         IT-Technik, IT-Beratung und IT-Entwicklung

·         In den meisten Handwerksberufen wie z.B. Friseure

·         Automobilindustrie

·         Bauindustrie

·         Call-Center und virtuelle Serviceleistungen

·         Bestimmte Handelszweige

 

      Es gibt fast keinen Bereich, der nicht zur Disposition gestellt wird. Der Ausweg

      kann nur sein, entweder a) man macht den Unfug für eine Weile mit und geht mit Sicherheit

      unter (gilt auch für die Großen) oder b) man innoviert und steigt schrittweise aus den

      Geschäftsfeldern aus, die langfristig keine Rendite mehr abwerfen. Desinvestition

      nennt man das. Ich weiß, das ich nicht einfach, aber habe ich irgendwo gesagt, das

      es einfach ist?

     

      Per Saldo führt das Offshoring zumindest für Deutschland in die Deflation, einem

      langfristigen Verfall des allgemeinen Preisniveaus. Einer Situation in dem

      Sachwerte und Arbeit immer weniger wert sind und Geld alles ist. Es ist das schlimmste

      Szenario, das überhaupt vorstellbar ist. „Der Aufschwung kommt“, wer glaubt

      das schon? Alles Durchhalteparolen. Doch Jammern hilft nichts, Kreativität ist

      gefragt und die Ausarbeitung einer individuellen „Kriegsstrategie“. Aus diesem

      Grund habe ich auf meiner Homepage einen kleinen Online-Workshop eingestellt,

      der für die erste Orientierung hilfreich sein mag.

              

                 http://www.lressmann.de/pdf/wettbewerbsstrategien.pdf  (1,1 MB)

 

      Kurz und gut: Überprüfen Sie Ihre Position, jetzt, hier und heute!

 

 

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zu 2: Es macht langsam keinen Spaß mehr -

      Googles Suchverfahren führt sich selbst ab absurdum

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            Sie haben es vermutlich bereits bemerkt: Gibt man in unser allseits so

      beliebten Suchmaschine Google einen beliebigen Begriff ein, gibt Google

      scheinbar fein säuberlich sortiert seine Ergebnisse aus. Auffällig sind

      nur die ziemlich langen Internet-Adressen. Ansonsten sieht alles recht

      unverfänglich aus. Klickt man jetzt auf ein solches Ergebnis, landet man

      immer häufiger bei ebay, amazon oder einem Erotikanbieter. Von der

      gesuchten Information keine Spur. Man ist also auf der falschen Fährte.

 

      Das macht weder dem Suchenden Spaß, der nämlich die Informationen, die

      er sucht, nur noch schwerlich findet, noch dem Homepagebetreiber, der

      sein Angebot kaum noch plazieren kann, da er nur noch unter Fernerliefen

      geführt wird. Woran liegt das?

      

      Google wertet eine große Anzahl von Links auf eine Seite als Qualitätsmerkmal.

      Eine Seite mit hoher Link-Popularität wird weiter oben geführt als eine

      mit niedriger Linkrelevanz. Das Prinzip macht im Grundsatz Sinn, läuft jedoch

      ad absurdum, wenn andere Faktoren (insbesondere der Inhalt einer Seite) ein

      zu geringes Gewicht erhalten. Dann nämlich lassen sich die Suchmaschinen

      relativ leicht austricksen, vor allem von den Großen der Branche. Arbeitet

      man nämlich mit den „Großen“ z.B. mittels eines Partnerprogramms zusammen,

      so „erbt“ man deren hohen PageRank. Der PageRank als Googles Maßstab für die

      Link-Popularität der eigenen Seite wird dann ebenfalls höher ausfallen. Nutzt

      man jetzt noch andere Suchmaschinentricks – wie z.B. die lange URL – wird

      man weit oben gelistet. Jetzt noch eine „Umlenkung“ auf eine andere URL

      eingebaut, schon ist die Konkurrenz ausgeschaltet.

 

      Das ganze ist nicht neu. Nur muß man sich jetzt eben wieder anderen Suchmaschinen

      zuwenden. Die gute alte fireball, metager, altavista und Co könnten jetzt wieder

      zu neuen Ehren kommen, es sei denn, Google modifiziert sein Verfahren

      grundlegend. Einfach nur das relativ neue (und gute) Google AdWords auszubauen

      wird nicht reichen, denn zum einen muß man dafür zahlen und zum anderen

      könnte auch dieser Bereich bald dicht sein. Yahoo hat übrigens vor einigen

      Wochen seine eigene Suchmaschine im Einsatz. Die Ergebnisse sind vielversprechend.

      MSN wird nachziehen. Zum Glück wird das Quasimonopol von Google bald aufgebochen.

 

      Als Homepagebetreiber rate ich Ihnen zudem alle Bereiche der Web-Promotion

      auch Offline zu nutzten. Schreiben Sie Ihre Stammkunden an

      und weisen Sie auf Ihre Internet-Präsenz hin, schalten Sie Werbeanzeigen, kein

      Brief und Formular ohne URL, Schriftzüge auf Firmenfahrzeugen usw. Selbst

      ebay und amazon kommen nicht ohne Offline-Werbung aus. Tja, leider ist

      Internetmarketing ein knallhartes Geschäft. Jedoch lohnenswert, wenn man

      den richtigen Ansatz verfolgt, nämlich Inhalte und Service bietet.

 

 

 

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zu 3: Cross-Selling -

      Mehr verkaufen ohne Streß –

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            Ohne weiteren Werbeaufwand mehr verkaufen: Ist so etwas möglich? Ja, es ist!

      Bieten Sie beim Kauf neben dem Hauptprodukt einfach ein Nebenprodukt an, das

      der Kunde ohnehin braucht. Verkaufen Sie z.B. elektronische Kleingeräte, bieten

      Sie dem Kunden an der Kasse doch gleich die entsprechenden Batterien.

      Dieses Prinzip funktioniert in allen Branchen, egal ob im Handel oder

      der Dienstleistung. Überprüfen Sie Ihr Leistungsprogramm im Hinblick

      auf die Möglichkeiten des Cross-Selling.

 

      Auch der Kunde hat einen Vorteil, denn er erhält mehrere Leistungen aus einer

      Hand ohne zusätzlichen Aufwand. Dieser Vorteil muß natürlich kommuniziert

      werden. Mit der einhergehenden fachmännischen Beratung zeigen Sie dem Kunden

      zusätzliche Kompetenz, die weitere Käufe nach sich ziehen kann.

 

      Erklären Sie dem Kunden z.B. warum die Verwendung von Lithium-Ionen Akkus besser

      ist, als die Verwendung von Nikel-Cadmium-Akkus oder erklären Sie ihm,

      wie er das Auslaufen von Batterien verhindern kann oder auch wie die allgemeine

      Lebensdauer von Akkus erhöht werden kann. Seien Sie gewiß, die meisten Kunden

      wissen einen solchen Service zu schätzen und kommen zurück. Wie gesagt, dieses

      Prinzip funktioniert für alle Branchen.

 

      Setzen Sie in Ihrem Unternehmen die Standardsoftware SAP R/3 oder ein ähnliches

      ERP-System ein? Dam überprüfen Sie doch einmal, ob Sie die Möglichkeiten des

      Cross-Selling nutzen. Meine Erfahrungen sagen: Nein! Frage: Sind Sie sich darüber

      im Klaren, daß Sie möglicherweise Millionen von Euros zum Fester herausschmeißen,

      ganz einfach durch ungenutzte Potentiale? Sind Sie sich darüber hinaus klar, daß

      Sie im Grunde überhaupt kein kostspieliges CRM-Projekt aufsetzen müssen, um

      annähernd die gleiche oder gar bessere Funktionalität zu erreichen? Bei geringeren

      Kosten. Tja, hätten Sie doch lieber gleich den Ressmann gefragt. Dies können

      Sie immer noch unter www.lressmann.de.

 

 

 

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zu 4: ä, ö, ü im Namen? -

     Ab März sind Internet-Adressen mit Umlauten möglich

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Besitzen Sie eine Marke oder einen Namen/Firmennamen mit Umlauten wie

ä, ö, ü? Dann habe ich eine gute Nachricht für Sie, falls Sie

eine Homepage betreiben oder betreiben wollen. Sie können sich

jetzt um eine Domain bemühen, die eben jene Umlaute enthält, denn

ab März können deutsche Internet-Adressen auch Umlaute enthalten.

Leider ist das ß nach wie vor nicht möglich.

 

Informieren Sie sich einfach bei Ihrem Provider oder gleich bei

                        www.denic.de

 

Die neue Domain können Sie natürlich nur für Ihre deutschen Kunden

nutzen, da Umlaute auf ausländischen Tastaturen meist nicht

verwendet werden können. Behalten Sie für internationale Geschäfte

deshalb unbedingt Ihre alte Domain. Nicht zuletzt deshalb, weil

ältere Internet-Browser Umlaute nicht lesen können.

      
 

 

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zu 5: Deutschland hör auf zu Jammern -

      Hier ein amüsanter Beitrag eines unbekannten Autors

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Einer meiner Partner schickte mir kürzlich eine Mail mit folgendem

amüsanten Beitrag eines unbekannten Autors. Er konnte mir leider nicht

sagen, von wem er stammt. Angeblich stand er auch mal im Spiegel. Ich

finde ihn derart gelungen und treffend, daß ich nicht umhin komme,

auch meine Powerletter-Leser davon in Kenntnis zu setzen. Der Mann

spricht mir ja sowas von aus der Seele! Ich gehe mal davon aus, das

die meisten Leser in einem Alter sind, daß sie sich an diese Zeit

noch erinnern können. Wenn nicht, auch nicht schlimm, denn die Jüngeren

können noch einiges lernen...

Ich empfehle die folgenden Zeilen auch einigen Vorständen und Personal-

verantwortlichen im Jugendlichkeitswahn, die immer noch nicht erkannt haben,

was sie an unserer Generation eigentlich haben. Der Gockel ist immer besser

als das Kücken.

 

Zitat Anfang:

 

Kaum zu glauben, aber es ist so…
Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft, speziell was der Gesetzgeber und die Bürokraten,

die Medien und die Informationsgesellschaft uns täglich vorbeten und verbieten, müssten wir

alle, die in den Sechzigern bis Anfang der Achtziger aufgewachsen sind, längst tot sein.

Unsere Kinderbetten waren mit bleihaltigen Farben bemalt und Formaldehyd

sickerte aus jeder Pore. Ganz zu schweigen vom Tapetenleim, dem Kleber

des Linoleums oder den PVC-Dämpfen des Stragula. Wasserfeste Filzstifte hatten

Ausdünstungen, die benebelten und wer erinnert sich noch an den leicht salzigen Geschmack

des abzuleckenden Tintenkillers?

Steckdosen, Medizinflaschen, Schranktüren und Schubladen waren noch nicht kindersicher.

Messer, Schere, Gabel und Licht wurden uns zwar verboten, aber meistens mussten wir uns

erst einmal daran verletzten um es zu glauben.

Unsere Fahrräder, Roller und Rollschuhe fuhren wir ohne Schützer und Helme.

Die Risiken per Anhalter in den nächsten Ort zu fahren waren uns unbekannt.

Zum Thema Auto erinnere ich mich weder an einen Sicherheitsgurt, noch an Airbags,

Kopfstützen, ABS oder ähnliche Sicherheitsvorrichtungen im Wagen meines Vaters.

Man saß zwar hinten, aber an einem heißen Sommertag gab es doch nichts schöneres

als seinen Kopf aus dem Fenster (das man damals noch komplett runterkurbeln konnte)

des fahrenden Autos zu stecken und sich den Fahrtwind ins Gesicht blasen zu lassen,

daß man kaum noch Luft bekam.

Wasser haben wir direkt aus dem Gartenschlauch getrunken und nicht aus einer Flasche.

Wahnsinn! Wir aßen fettige Schmalznudeln und frischgebackenes Brot mit fingerdick Butter drauf,

dazu gab es überzuckerte Limonaden oder künstlich gefärbtes TriTop. Zu fett geworden

sind wir deswegen nie, weil wir immer draußen waren. Wir haben zu fünft aus einer Limoflasche

getrunken und es ist tatsächlich keiner daran gestorben.

Wir haben stunden- und tagelang an Seifenkisten oder ähnlichen Gefährten geschraubt,

die wir aus rostigem Schrott und splitterigem Holz konstruiert hatten. Dann sind

wir den Hügel damit runtergebrettert nur um festzustellen, daß wir die Bremsen

vergessen hatten. Nachdem wir ein paar Mal in der Böschung gelandet waren,

haben wir gelernt auch dieses Problem zu lösen.

Wir gingen in der Früh raus und haben den ganzen Tag gespielt, höchstens unterbrochen

von Essenspausen und kamen erst wieder rein, als es dunkel wurde und man den Fußball

nicht mehr richtig sehen konnte.

Wir waren nicht zu erreichen. Keine Handys!

Wenn es regnete, spielten wir bei Freunden Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht,

Mühle oder Dame und bauten mit Lego und Matchbox-Autos ganze Städte auf. Wir hatten

weder Playstations noch Nintendo, X-Boxen oder Videospiele, keine PCs, keine 50

Fernsehkanäle oder Surround Anlagen.

Ins Kino zu gehen war ein Ereignis, für das man sich herausputzte und das einem

vor Vorfreude den Magen kribbeln ließ. Es gab noch Vorfilme, die immer eine

Überraschung waren, weil keiner wußte was zu erwarten war und wenn zufällig ein

Donald Duck oder Micky Maus Film dabei war, hatte man das ganz große Los gezogen.

Wir hatten Freunde! Wir gingen raus und haben uns diese Freunde gesucht..

Wir haben Fußball gespielt mit allem was sich kicken ließ und wenn einer einen

echten Lederball hatte war er der King und durfte immer mitspielen, egal wie

schlecht er war. Um im Verein mitspielen zu dürfen gab es Aufnahmeprüfungen,

die nicht jeder bestanden hat. Wer es nicht geschafft hat, lernte mit der

Enttäuschung umzugehen. Wir spielten Völkerball bis zum Umfallen und manchmal

tat es weh, wenn man abgeworfen wurde. Wir sind von Bäumen und Mauern gestürzt,

haben uns geschnitten, aufgeschürft und haben uns Knochen gebrochen und Zähne ausgeschlagen.

Wir hatten Unfälle! Es waren einfach Unfälle an denen wir Schuld waren. Es gab niemanden,

den man dafür verantwortlich halten konnte und vielleicht sogar noch vor den Kadi zerrte.

Wer erinnert sich noch an Unfälle? Unsere Knie und Knöchel waren von Frühjahr bis Herbst

lädiert und ein Schienbein ohne blaue Flecke gab es nicht. Wenn wir uns an Brennesseln

gebrannt haben, oder uns eine Mücke gestochen hatte, haben wir entweder drauf gespuckt,

oder den Nachbars Hund drüber lecken lassen oder drauf gepinkelt. Geholfen hat alles.

Wir haben gestritten und gerauft, uns gegenseitig grün und blau geprügelt und

gelernt damit zu leben und darüber weg zu kommen. Wir haben Spiele erfunden mit

Stöcken und Bällen, haben mit Ästen gefochten und Würmer gegessen. Und obwohl es

uns immer wieder prophezeit wurde, haben wir uns kaum ein Auge ausgestochen und

die Würmer haben auch nicht in uns überlebt. Wir sind zu einem Freund geradelt,

haben an der Tür geläutet und sind dort geblieben nur um mit ihm zu reden. Manche

Schüler waren nicht so schlau wie andere, also haben sie eine Klasse wiederholt.

Sie sind nicht durchgefallen, sondern wurden von den Lehrern einfach zurückgestuft.

Zensuren bei Proben wurden nie manipuliert, egal aus was für Gründen.

Wir waren für unsere Aktionen selbst verantwortlich. Konsequenzen waren immer

zu erwarten, wenn wir Scheisse gebaut hatten. Der Gedanke, daß ein Elternteil

uns rausklopft wenn wir mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren, war undenkbar.

Im Gegenteil, die Eltern stellten sich auf die Seite des Gesetzes.

Stell Dir das einmal vor! Unsere Generation hat einige der größten Erfinder

hervorgebracht. Die letzten 50 Jahre waren eine wahre Explosion an Innovationen

und Ideen. Wir hatten Freiheit und Zwang, Erfolg und Misserfolg.

Verantwortung und Konsequenz. Und wir haben gelernt damit umzugehen.

Erinnere Dich daran, wie Du aufgewachsen bist und Du wirst sehen, was unseren

Kindern heute fehlt. Als die Eltern einmal ein Auge zudrückten, anstatt die

Kinder mit übergroßer Vorsicht zu erdrücken. Unsere Eltern trauten uns zu,

            die richtigen Entscheidungen zu treffen. Meistens hat es geklappt.

Die paar Mal, die daneben gingen zählen wir zu unseren Lebenserfahrungen.

Vielleicht gehörst Du auch zu denen, die sich zu dieser glücklichen Generation

zählen dürfen und hast Erinnerungen an die Zeit, als Kinder noch Kinder waren

und noch keine Medien mit Dauer-Angstmache, keine Anwälte mit Schadensersatzklagen

und keine Regierungen mit kinderfeindlicher Politik unseren Alltag bestimmten…“

 

      Zitat Ende

 

      Und ich füge noch hinzu: „Deutschland hör auf zu Jammern

      Mann, wir früher, wir haben uns Blei inne Schuhe getan ! „:-)

 

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Das wär's wieder mal für heute. Ich habe mal wieder mehr geschrieben, als

ich wollte. Na ja, vielleicht bei nächsten mal etwas weniger. Bis dahin

 

Herzlich, Ihr

 

Lutz Ressmann

 

    

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      dann empfehlen Sie sie doch Ihren Freunden

      und Kollegen.

 

 

 

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